ChurchNight für Kids am 31.10.2017 der evangelischen Kirchengemeinde Birkmannsweiler-Höfen Bach

 

120 Kinder, 45 Mitarbeiter und 50 Eltern machten sich bei eisigen Temperaturen auf den Weg zur ChurchNight für Kids.  Mit Feuereifer und roten Bäckchen trugen die 6-12-jährigen Kinder stolz ihre Fackeln  und erleuchteten damit den Weg vom evangelischen Gemeindehaus Birkmannsweiler, Salzbergweg, am Tennisheim vorbei, übers Bächle, wo sich schon Schaulustige versammelt hatten, um den beeindruckend langen Fackelzug an sich vorüberziehen zu lassen.  An der Friedenskirche in Höfen wurden die Fackeln gelöscht und durften später von den Kindern mit nach Hause genommen werden.  Doch zunächst lockte das bunte Buffet mit von Mitarbeitern gespendeten Kuchen und salzigem Gebäck, sowie Punsch und Saft von „Sabines Lädle“.

Frisch gestärkt füllte sich sehr schnell das Dorfkirchle samt Empore, wo viel „Jung“ und wenig „Alt“ vom  lustig und eindrucksstark gespielten Theaterstück in seinen Bann gezogen wurde. Martin Luthers große Entdeckung: Gott liebt mich genauso wie ich bin. Ich kann mir den Himmel nicht durch Ablassbrief oder gute Taten erkaufen, oder erarbeiten. Neun Schauspieler zwischen 6-13 Jahren stellten mit großem Eifer den verzweifelten Luther dar, der von mehr Fragen als Antworten umgetrieben wurde. Sowie Marktfrauen und Ablassprediger Tetzel, der einem Mütterchen gnadenlos ihr allerletztes Geld für einen Ablassbrief aus dem Lederbeutele zog. Dann berichtete Landesvater Friedrich der Weise seinem knitzen Hauptmann vom Wormser Reichstag, wo Luther stur war und seine Thesen nicht widerrief. Die beiden heckten den Plan aus, Martin Luther auf die Wartburg zu entführen, was mit viel Säbelrasseln und großem Geschrei weithin  zu hören war. Immer wieder salutierte der Hauptmann mit einem großen Hüpfer vor seinem Fürst und erntete damit regelmäßig Lacherfolg aus dem Publikum. Schließlich konnte Luther sich mit seiner Rolle als Junker Jörg auf der Wartburg abfinden und nahm sich vor, diese Zeit sinnvoll zu nutzen. Er wollte den vielen Menschen die ihm am Herz lagen, die Bibel vom Griechischen ins Deutsche übersetzen, damit sie selbst Martins große Entdeckung nachlesen konnten. „ Das ist allemal besser als hier faul, fett und blöd zu werden“. So endete das Stück, und der Applaus füllte den sakralen Raum, während sich die Mädels mit einem höfischen Knicks und die Jungs mit einer Verbeugung verabschiedeten.

Die Erwachsenen verschwanden im Anschluss mit Jochen Wilhelm zum lockeren Austausch mit Quiz und ChurchNight-Fotos vom letzten Jahr bei Hefezopf und Getränken in die gemütliche Kelter.

Die Kinder fanden sich in Gruppen zu je 15 Kindern zusammen und gingen nun mit ihren Gruppenbetreuern von Station zu Station.

Welche der acht Stationen, die jeweils nach 12 Minuten beim Klang der Fanfarenbläser wechselten, gefiel den Kindern am besten?

Darüber wurde teilweise beim Fleisch-Gemüse-Eintopf-Essen aus Palmblattschälchen in der Kirchgartenhütte eifrig diskutiert.

War es die erste Station, bei der Pfarrer Hartmut Greb als Priester verkleidet in lateinischer Sprache zwei Minuten lang eine Messe zelebrierte mit Gregorianischem Gesang als Eingangsmusik? Nachdem Herr Greb aus seiner Rolle raustrat und wieder deutsch mit den Kindern redete, durften sie richtig aktiv werden und selbst den für Luther wohl wichtigsten Bibelvers aus dem Griechischen anhand von Wörterbuchausschnitten übersetzen: „Der Gerechte wird aus Glauben leben.“ Römer 1,17

Oder war die zweite Station cooler? Wer hatte wohl schon zuvor mit einer echten Gänsefeder, die mit heißem Sand im Backofen gehärtet und zurechtgeschnitten wurde und Tinte auf Pergament geschrieben? Manche schrieben den Bibelvers aus Römer 1, 17, andere die Übertragung:“ Gott liebt mich genau so wie ich bin“ und auch die Jüngsten hatten viel Spaß beim Beklecksen des Pergaments mit einzelnen Schreibübungen.

Einem Mädel gefiel besonders die Portrait-Station: Einmal ein schickes Burgfräulein Kostüm tragen und mit einer Gänsefeder in der Hand abgelichtet werden! Auch die Jungs machten eine gute Figur im roten Umhang und der Datschmütze eines Schreibers und Federkiel. Wieder andere fanden das albern und zogen es vor, sich auf einem witzigen Gruppenfoto mit ihren Freunden ablichten zu lassen. Ihre Portraits können die Kinder am Sonntag, 12.11. 2017 tagsüber, solange es hell ist, in der Höfener Friedenskirche abholen.

Ein Junge meinte: „Beim Gruppen-Staffellauf zur Wartburg  konnte ich mich austoben. Das machte Spaß!“ „Schon, aber so richtig cool war der Barde, der mit Schwertern, Leuchtbällen und sogar brennenden Fackeln jonglierte! Die Bibelgeschichte vom kampferprobten Richter Gideon kannte ich nicht! Da bekam ich so richtig Gänsehaut!“

Während sie durch den stimmungsvollen mit Weckgläsern, Fackeln und Laternen beleuchteten Kirchgarten zur Thesenanschlagstation weitermarschierten, hörte man sie Lieder trällern, die sie von der Singstation mit der Kinder-Bibel-Tage-Band noch im Ohr hatten:  „Wir singen/tanzen/springen/ flüstern/ schreien.. für unsern Gott!“ Dort durften sie ihre eigenen Thesen auf kleine bunte Zettel formulieren und mit dem Hammer an eine Türe nageln. Ganz in Luthers Fußspuren. Z.B.“ Ich finde Kinderkirche toll, weil wir immer tolle Sachen machen.“ „Ich finde an der Kirche blöd, dass es keine Stühle mit Heizung gibt“ „Chrch Neight great J“ „Ich finde dass der Pfarrer so nett ist“. „ Gut: Gebete, Gott, Lieder. Schlecht: Leise sein, so viel Orgel.“ „Schlecht. Predigt oft langweilig. Gut: Lieder singen. Orgel ist cool“  Da hat der Kirchengemeinderat noch einiges zu tun beim Abarbeiten der Thesen der Kinder.

 Jedes Kind erhielt zum Abschluss noch eine Playmobil-Luther-Figur mit Federkiel bevor im extrem großen Kreis in dessen Mitte ein Feuerkorb loderte, miteinander das Segenslied gesungen wurde: „Deine schützende Hand hältst du über mir, dafür dank´ ich dir!“